24.06.2010 17:15

Die Physik der mittelalterlichen Schwertschmiedekunst: Selbstorganisation und Nano-Strukturierung

M. Haaks (Bonn)

Vor der industriellen Revolution war hochwertiger Stahl ein rares und
kostbares Gut. Die Methoden der Herstellung und Verarbeitung des Stahls
galten als Betriebsgeheimnis des Schmieds und wurde meist nur mündlich
weitergegeben. Im Gegensatz zu herkömmlichen Schmiedeerzeugnissen
verfügen viele mittelalterliche Klingen über eine innere
Schichtstruktur, die ihnen eine ausserordentliche Stabilität verleiht.
Der Stahl solcher Klingen wird im Allgemeinen als Damast oder
Damaszenerstahl bezeichnet, wobei unter dem Begriff Damast sehr
unterschiedliche Materialien zusammengefaßt werden., Einige Verfahren,
wie z.B. die Herstellung des Echten Damasts, dessen Struktur durch
Selbstorganisation entsteht, sind im Laufe der Zeit verlorengegangen und
wurden erst vor Kurzem wiederentdeckt. In diesem Vortrag wird ein
Einblick in die mittelalterliche Schwertschmiedekunst aus der Sicht der
Materialphysik gegeben und die Metallurgie des Damasts vorgestellt.

 

(Seminarraum I)

Kategorie: Kolloquium